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Ohne Begriffsverständnis kann kein wahrliches Wissen erarbeitet werden
oder
Gedanken über den vielfach missverstandenen Begriff „Liebe“


Wenn Menschen dieselben Worte gebrauchen, aber jeweils eine andere Vorstellung über deren Bedeutung im Kopf haben, dann reden sie unweigerlich aneinander vorbei. Wenn die Gesprächspartner merken, dass sie sich nicht verstehen können, weil sie ein unterschiedliches Begriffsverständnis haben, dann können sie durch mühsame Erklärungsarbeit daran gehen, sich auf das gleiche Niveau zu bringen, indem sie jeden einzelnen Begriff gemeinsam analysieren und so lange diskutieren, bis jeder von beiden unter dem Begriff dasselbe versteht.
Nicht nur schade, sondern schon tragisch ist es allerdings, wenn ein Wort resp. ein Begriff grundsätzlich falsch verstanden bzw. ausgelegt wird oder er im Laufe der Zeit aufgrund schlechter Gewohnheit verwässert, falsch ausgelegt und mit seiner ursprünglichen Bedeutung nichts mehr zu tun hat.
Nehmen wir als Beispiel das Wort „Liebe“, von dem viele Menschen ebenso viele unterschiedliche Vorstellungen haben. Vorstellungen aber sind eben nur vorangestellte Ideen und Bilder, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen müssen, sondern oftmals Trugbilder sind, die den Blick auf die Wirklichkeit verstellen. Das wiederum hat zur Folge, dass die Wirklichkeit nicht verstanden werden kann, weil die falschen Begriffe verwendet werden resp. Begriffe falsch verstanden und fehlausgelegt werden. Das Ende vom Lied ist dann eine heillose Sprach- und Begriffsverwirrung, die es den Menschen fast verunmöglicht, sich gegenseitig zu verstehen – und es ihnen unheimlich erschwert, die Wahrheit zu verstehen, zu begreifen und nach ihr leben zu können. Die Geisteslehre kämpft auch mit diesem Problem, weshalb auch sie immer wieder an das aktuelle Begriffsverständnis der Menschen angepasst werden muss. Das kann dann erneut zu Missverständnissen, Irritationen, Rückfragen usw. führen, weil derselbe Begriff plötzlich etwas anderes zu bedeuten scheint als der Mensch dies bisher dachte. Es ist also eminent wichtig, den Worten und Begriffen auf den Grund zu gehen und ihre wahrheitliche Bedeutung klarzustellen, damit das Begriffsverständnis der Menschen annähernd das gleiche ist, wodurch sie das Rüstzeug haben, um die Zusammenhänge, die Hintergründe und das Wesen der Dinge möglichst gut verstehen zu können. Es ist daher nicht banal oder kleinlich, wenn man auf die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes resp. Begriffes grossen Wert legt. Vielmehr ist es elementar wichtig, das Wissen darüber möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, damit alle dieselbe Ausgangslage zum Verstehen, Lernen und Begreifen haben. Fazit: Ohne klar definierte und bekannte Worte und Begriffe kein Verständnis, ohne Verständnis kein Wissen, ohne Wissen keine Weisheit, ohne Weisheit kein Frieden usw. 
Soweit die Theorie. Doch nun zurück zum beispielhaft genannten Wort resp. Begriff „Liebe“.


„Liebst Du mich?“ – so lautet eine beliebte Frage unter Partnern, die eine Beziehung zueinander pflegen. Der Fragesteller – ob Frau, Mann, Mädchen oder Junge - erhofft auf diese Frage in der Regel eine Antwort, die ihm die folgenden „Gewissheiten“ geben sollen:

-          Der Fragesteller wird im herkömmlichen Sinne als Mensch, Partner, Frau, Mann, Kind usw. geliebt.

-          Der Fragesteller wird damit als spezieller, individueller Mensch anerkannt, wertgeschätzt und in seinem So-Sein geachtet.

-          Der Fragesteller wird mit all seinen persönlichen Stärken und Schwächen angenommen.

-          Der Fragesteller darf sich der lebenslangen Zuneigung, der Treue und der Hilfe des Gefragten mehr oder weniger sicher sein.

-          Der „Geliebte“ fühlt sich sicher, wohlig warm und geboren, weil er weiss, dass er geliebt wird.

Die wenigsten Menschen machen sich über die Natur der Liebe ernsthaftere Gedanken – es sei denn, sie beschäftigen sich mit der Geisteslehre der FIGU.

Im Buch „Arahat Athersata“, erschienen im Wassermannzeit-Verlag der FIGU (ISBN-10: 3909154018, ISBN-13: 978-3909154012) wird der Begriff LIEBE in seiner wahren Begrifflichkeit wie folgt definiert:

"Liebe also ist das absolute weisheitliche Erfassen, Verstehen, die Erkenntnis, das Wissen, Können, Beherrschen und die Logik und Sicherheit sowie das Gefühl und Erfühlen und absolute Empfinden des eigenen Mitlebens im Nächsten und in allem anderen Existierenden, als Faktor der Gemeinsamkeit in ureignener Form mit allem existenten Leben in allen gesamtuniversellen Formen und darüber hinaus, in der absoluten Weisheit dessen, dass die eigenen Existenz auch eine Teilexistenz jeglicher anderen existierenden Lebensform ist, dass jene aber genauso ein Teilstück der eigenen Existenz ist , und dass sämtliche gesamtuniversellen Lebensformen jeglicher Art und Form nur darum existent sind, weil dem wahrheitlich so ist; dass alles und jedes miteinander in Liebe verbunden ist und eine gesamtuniverselle Einheit bildet."

Liebe ist also weit mehr und weit umfassender - wenn der Begriff LIEBE richtig verstanden, ausgelegt und begriffen wird - als das, was im allgemeinen von uns Erdenmenschen darunter verstanden wird. Sie ist keine Gefühlsduselei, kein wechselhaftes und Schwankungen unterworfenes Gefühl und schon gar kein Wegwerfprodukt der modernen Gesellschaft, das man kaufen, benutzen und wieder entsorgen kann, so wie es uns die Medien und diverse Filme, TV-Produktionen, Romane, Zeitungen usw. glauben machen wollen. Das Prinzip resp. Das Naturgesetz LIEBE ist die Existenzgrundlage allen Seins und damit auch die absolute Basis und Grundvoraussetzung unseres Lebens. Wenn nun ein Partner zum anderen sagt, dass er ihn liebt, dann muss er sich der Bedeutung dieser Worte im klaren sein, wenn er sie richtig verstehen und danach leben will. So ist beispielsweise das Eingehen einer Bündnisliebe und das damit verbundene Ziel des Aufbauens und Entwickelns wahrer Empfindungsliebe eine lebenslange Verpflichtung, die nicht von veränderlichen Äusserlichkeiten, vom Aussehen, vom materiellen Besitz, von Schönheit, Krankheit oder Tod abhängig gemacht werden soll; die Liebe ist kein austauschbares, materielles Gut, das nach Belieben entsorgt werden kann. Der Wert, Faktor und die Kraft der Liebe ist ein Gefühl bzw. eine Empfindung, die jeder einzelne Mensch in sich selbst aufbauen und weiterentwickeln muss und das ihn durch eigene Vernunft, eigenes Wissen, eigenes Denken, Fühlen und Empfinden die absolute Sicherheit dessen geben wird, ein Teil der gesamten unermesslichen Schöpfung zu sein, in der alles mit allem und jedes mit jedem für alle Zeiten (und darüber hinaus) verbunden und alles voneinander abhängig ist. Die Liebe ist eine Verpflichtung, die einzugehen kein Mensch umgehen kann, weil er dem Gesetz der Liebe seine Existenz verdankt und er sich nur innerhalb dieses Gesetzes evolutionieren, entfalten und selbstverwirklichen kann.         

Dem oben angeführten Zitat gemäss muss es also etwas geben in uns, das mit absoluter Gewissheit um die Existenz allen Lebens im Universum weiss und somit in Liebe mit allem und jedem Existenten verbunden ist. Im feinstofflich-energetischen Bereich des Menschen ist dies das Gemüt seiner Geistform, die ein Teilstück der Schöpfungsenergie ist. Darin – in der Geistform des Menschen wie auch in der sie belebenden Geistenergie aller anderen Lebensformen – ist dieses Wissen in passiver Form seit ihrer Erschaffung / Kreierung durch die Schöpfung angelegt und als Grundwissen vorhanden; man könnte auch sagen, dass es im Gemüt der Geistform von deren Anbeginn an schlummert und in ihr als Wissensgrundstock existiert - erschaffen durch die Schöpfung Universalbewusstsein. Dass sich die Liebe in ihrer Intensität und Wertigkeit weiterentwickeln resp. evolutionieren kann, dazu bedarf es nun des materiellen Bewusstseins des Menschen, der sie wissend und bewusst in sich erkennen und zur Entfaltung bringen muss. Zum Positiv der Geistform bedarf es also eines Negativs, nämlich des materiellen Bewusstseins des Menschen, damit im Zusammenschluss dieser beiden Pole (Plus = Geistform und Minus = Bewusstsein) und in Wechselwirkung zwischen dem Gemüt des Geistes und der Psyche des Körpers etwas Neues in Form neuer Liebe-Impulse entstehen kann. Auch die Liebe entsteht also aus dem schöpferisch bedingten Zusammenwirken der beiden Pole Positiv und Negativ, womit gewährleistet ist, dass sich aus dem Zusammenspiel resp. -wirken aller menschlichen Erfahrungen, Erkenntnisse, des Wissens und der Weisheit in des Menschen Bewusstsein bzw. in seiner Persönlichkeit (Negativ) einerseits und dem Liebe-Grundstock im Gemüt der schöpferischen Geistform des Menschen (Positiv) andererseits neue Liebe-Impulse, Liebe-Formen, Liebe-Werte, Liebe-Erfahrungen usw. bilden können, wodurch der Faktor und die Kraft, Macht, Schwingung und Intensität der Liebe im Menschen immer weiter und höher evolutionieren und an bleibenden Werten dazugewinnen kann. Im materiellen Bereich des Menschen ist alles, was er sich bisher über alle bisherigen Leben seiner Geistform evolutiv erarbeitet hat, als Essenz in seinem Unterbewusstsein gespeichert; dieses Wissen könnte man wiederum als materiellen Minuspol zum entsprechenden Liebe-Wissensblock der Geistform bezeichnen. Wenn nun alles Existente im Universum (der Schöpfung Universalbewusstsein) dem Grundprinzip LIEBE seine Existenz verdankt und nur darum leben kann, weil alles bis in die kleinste Elementarebene hinab von der Existenz allen Lebens weiss, dann ist es also in Wirklichkeit so, dass wir Menschen an unserem eigentlichen Leben und unserer wahren Bestimmung vorbeileben, wenn wir uns diese Tatsache nicht wahrheitlich und mit allen Kräften, allem Wissen und aller Hingabe bis ins tiefe Innere unseres Denkens, Fühlens und Empfindens bewusst machen und unser Leben letztendlich nicht konsequent nach dem Grundgesetz des Lebens ausrichten.  Wer nicht liebt, wer nicht nach wahrer Liebe im Sinne der Geisteslehre strebt und wer nicht die Formen beständiger, effektiver Gemütsliebe in sich entwickeln will, der lebt nicht im wahrheitlichen Sinne, sondern ist gleich einem lebenden Toten, der den ursprünglichen Sinn und Wert seines Lebens bis anhin nicht begriffen hat. Ein Mensch, der von der Liebe nichts wissen will, lebt an sich selbst vorbei, vorbei an seinem eigenen Inneren und an seinem reingeistigen Schöpfungsteil, der den Faktor LIEBE seit Anbeginn seines Daseins in sich trägt, wodurch der Mensch allgrosszeitlich mit allem verbunden ist. Es gilt also für uns alle als Menschen, weiter über die wahre Natur des wichtigsten Prinzips der Schöpfung, genannt LIEBE, nachzudenken, sie immer besser zu verstehen und sie in uns selbst, in unserer Umgebung und im gesamten Leben zu verwirklichen.  Die Liebe ist Weg und Ziel des wahren Menschen.

Was ist Liebe

Wahre Liebe kennt
weder Raum noch Zeit,
denn sie verbindet zwei Wesen
mit Schöpfungsgeschwindigkeit.

Scheinliebe gründet allein auf
äusseren, vergänglichen Dingen –
sie vermag nicht im Gleichklang mit
der Schöpfungsmelodie zu schwingen.

Hast du eine Liebe einmal begründet
im Wissen ihrer wahrlichen Natur,
kann sie in dir nicht mehr sterben,
nein – sie wird stetig wachsen nur.

Liebe vermag Kraft ihrer Kraft
Leben und Tod zu durchdringen,
sie lässt Hymnen voll Freude
und Glückseligkeit in dir erklingen.

 Liebe ist aller Leben Beginn,
denn aus ihr hat die Schöpfung kreiert.
Erfüllst auch du dein Sinnen mit Liebe,
so schafft’s dir auf ewig Gewinn.