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Erfolg und Lebensqualität durch Selbsthypnose

 

Hypnose resp. Selbsthypnose und Auto-Suggestion sind sehr wertvolle Hilfsmittel für das ‹vollkommene Selbstwerkzeug Mensch›, um das Leben aus eigener Kraft zu verbessern und es mit positiven Werten zu erfüllen. Ausserdem kann so jeder Mensch Kräfte, Fähigkeiten, Eigenschaften, Fertigkeiten und Qualitäten entwickeln und verstärken, die ihm in jeder erdenklichen Lebenslage und Situation hilfreich und dienlich sind. So können beispielsweise Ruhe, Frieden, Harmonie, Liebe, Güte, Mitgefühl, Ausgeglichenheit, Freude, Glück, Wohlbefinden etc. in der Psyche und im Bewusstsein ins Leben gerufen und entfaltet werden, wenn die einfache Methode der Selbsthypnose mit autosuggestiven Anweisungen resp. Befehlen für das Unterbewusstsein eingesetzt wird. Das Praktizieren der Selbsthypnose ist genau wie die Meditation prinzipiell immer und überall möglich, wenn die leicht erlernbare Technik eingeübt ist und die passenden Umstände für die Anwendung gegeben sind. Um mein Wissen darüber aufzufrischen und vielleicht Neues darüber zu erfahren, nahm ich am 24. Januar 2015 an einem 6stündigen Einführungskurs mit der Bezeichnung ‹Selbsthypnose – ein kraftvoller Weg zu körperlicher und seelischer Gesundheit› an der Abendakademie meines Wohnortes teil. Dort war ich einer von insgesamt 11 Teilnehmern, darunter 7 Frauen und 4 Männer. Bei der Vorstellungsrunde gaben zwei der Männer an, sie würden sich mit NLP = ‹Neurolinguistisches-Programmieren› beschäftigen. Dies ist eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen, die unter anderem Konzepte aus der Klientenzentrierten Therapie, der Gestalttherapie, der Hypnotherapie und den Kognitionswissenschaften sowie des Konstruktivismus aufgreift. Die Bezeichnung ‹Neuro-Linguistisches Programmieren› soll ausdrücken, dass Vorgänge im Gehirn (= Neuro) mit Hilfe der Sprache (= linguistisch) auf Basis systematischer Handlungsanweisungen änderbar sind (= Programmieren). Mir persönlich ist diese Technik schon immer suspekt gewesen, und es erscheint mir, dass man mit pseudo-wissenschaftlichen Methoden eine Art Gehirnwäsche betreibt und die praktizierenden Menschen sich einbilden, alles und jedes damit erreichen zu können, wobei sie den gesunden Menschenverstand, die Intuition und das ganz und gar Individuelle und Persönliche vergewaltigen und unterdrücken. Einer der NLP-Anhänger erzählte von seinen Erlebnissen beim ‹Bungee Jumping›, wobei sich mir nicht erschloss, was er damit sagen wollte bzw. ob er damit nur Eindruck bei den anderen Teilnehmern schinden wollte. Ich selbst machte mir schon bei meinem letzten Sprung vom 3-Meter-Turm im Hallenbad vor Angst fast in die Hose; mit Sicherheit zeugt es nicht von einer gesunden Verantwortung dem eigenen Leben gegenüber, sich sinn- und hirnlos nur an ein Gummiseil befestigt in die Tiefe eines Abgrundes zu stürzen. Will man sich und anderen mit diesem kindischen und dummen Tun seinen vermeintlichen Mut beweisen, sich einen Adrenalin-Kick holen oder irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe kompensieren?

 

Zurück zum Seminar: Wir sassen also kreisförmig angeordnet im Seminarraum zusammen, und während es draussen zu schneien begann, führte uns der Dozent, ein Heilpraktiker für Psychotherapie, in die Grundlagen der Selbsthypnose ein. Er begann gleich mit einer praktischen Übung und führte uns in eine leichte Trance, während der er jeden von uns durch seine ruhige, monotone und angenehm einlullende Stimme zu dem Wunschbild anleitete, er resp. sie sei ein Baum, dessen Wurzeln fest im Erdreich verankert seien, von wo die Energie der Erde in den Stamm, die Äste, Zweige und Blätter fliesse. So verblieb jeder der Hypnotisierten in seiner Vorstellungswelt des Baumes, in den er/sie sich individuell hineinversetzte und erweckte letztendlich die Vorstellung in sich, dass die Baumkrone sich ‹gen Himmel› strecke, um dort vielleicht Licht, Sauerstoff und Energie aus der Umwelt aufzunehmen, oder um seinerseits im Austausch mit der Natur Schwingungen und Kräfte in die Umwelt abzugeben. Den meisten Raum des Seminars nahm das Erlernen der Selbsthypnosetechnik in Anspruch, die weiter unten dargelegt ist. Den absoluten Höhepunkt des Tages nahm aber die Schlussübung für sich ein, während der wir übten, uns paarweise gegenseitig in eine Hypnose zu versetzen. Je zwei Teilnehmer schrieben also die Affirmationen resp. Vorstellungs- und Wunschbilder des Übungspartners auf, mit der sich dieser für gewöhnlich selbst in Trance bzw. Selbsthypnose versetzt; des weiteren die Autosuggestionen, die er/sie für die Erreichung seiner/ihrer Ziele anwendet; schliesslich die Technik, mit der der Partner sich wieder in den Wachzustand zurückholt. Mit meinen sympathischen Sitznachbarn Katharina und Josef (der Tai-Chi praktiziert) war ich in einer Dreiergruppe, während alle anderen in Zweiergruppen übten. Ich diktierte also Katharina meine Selbsthypnose-Techniken und Suggestionssätze, mit denen sie mich dann hypnotisierte, was ihr gut gelang, so dass ich mich – obwohl in einem Stuhl sitzend – gut entspannen und das Eintauchen in die friedliche Welt des Inneren geniessen konnte. Dann erzählte mir Josef seine Affirmationen, die dahin gingen, dass er sich vorstellte, über eine breite Treppe in einen blühenden Garten in einer friedlichen Umgebung hinabzusteigen, sich dort an einem gesunden und kräftigen Baum anzulehnen, diesen zu umarmen und gedanklich mit ihm eins zu werden und zu verschmelzen, wobei er die Kraft und natürliche Harmonie des Baumes mit allen Fasern seiner Psyche spürte und sich gleichsam selbst als Baum fühlte. Dies alles notierte ich, wonach ich mich Josef gegenübersetze, der die Augen schloss. Alsdann führte ich ihn mittels seiner eigens kreierten Wunschbilder durch Rückwärtszählen von 10 bis 1 die Treppe zum Garten hinunter und suggerierte ihm ein, dass er dabei immer tiefer und tiefer in eine wohltuende, angenehme und herrliche Entspannung hineingleite und sich in ihm ein wunderbares Wohlbefinden ausbreite. Anschliessend führte ich ihn gedanklich in einen wunderschönen, zauberhaften Garten voller blühender Blumen und Sträucher, der zudem vom lieblichen Gesang zahlreicher Vögel erfüllt war. Dann liess ich ihn langsam Richtung Baum schreiten, sich an diesen anlehnen und spüren, dass er mit der wunderbaren Harmonie und Kraft des Baumes eins würde, wodurch ein wunderbares Glücksgefühl der Einheit, Liebe und der Freude ihn durchströme. Das Ganze dauerte keine 10 Minuten, doch Josef hatte spätestens dann ein seliges Lächeln im Gesicht, als ich ihn in den blühenden Garten hinunterführte, von wo er offenbar gar nicht mehr weg wollte, weil er sich dort und in der Umarmung mit dem Baum unheimlich wohl und glücklich zu fühlen schien. Als ich ihn dann aus der Trance bzw. seiner Traumwelt zurückholte, indem er sich vom Baum löste und die Treppenstufen wieder hochging, erwachte er etwas widerwillig, aber glücklich und sagte, es sei wunderbar gewesen und ich hätte ihn doch noch länger im Garten verweilen lassen sollen; auch sei die Rückholung aus dieser harmonischen Welt für ihn schmerzhaft gewesen. Unsere Gruppepartnerin Katharina sagte, meine Suggestionen seien sehr poetisch gewesen und ich hätte offenbar Talent als Hypnotiseur, woran natürlich ein klitzekleines Fünkchen Wahrheit sein mag. Zum Abschluss des Seminars erzählte jeder Teilnehmer von seinen Erlebnissen bei dieser abschliessenden praktischen Übung, und wir verabschiedeten uns mit der Gewissheit, viele wertvolle Impulse, Erfahrungen und Erlebnisse mitgenommen zu haben, die als Hilfe zur Selbsthilfe in jeder Situation des Alltags nützlich sein können. Wichtig ist wie bei allem die praktische Anwendung, deren Technik nun kurz aufgezeigt werden soll.

Das Ausüben der Selbsthypnose ist genau wie die Fremdhypnose sehr einfach und besteht grundsätzlich aus drei Teilen:

1.  Bei der Induktion bzw. Vorbereitung versetzt sich der Mensch selbst in einen möglichst entspannten Zustand, begibt sich durch Wunschbilder, Suggestivsätze, Gefühle usw. in die sogenannte Trance, was keinem mystischen Humbug, sondern einfach einem Entspannungszustand entspricht, in dem der Mensch sich in sein Inneres ausrichtet und durch ihm passende Techniken sein Bewusstsein in einen aufnahmebereiten und harmonischen Zustand versetzt.

2.  Die dadurch ausgelöste Trance resp. Tiefenentspannung nutzt der Mensch dann, um die von ihm/ihr gewünschten Veränderungen durch passende Suggestionen – in der Form Es-ist-so – herbeizuführen, wie z.B. Ich bin ganz ruhig, entspannt, gelassen, friedlich und liebevoll» oder was immer er/sie sich wünscht und was er/sie erreichen, verbessern oder in sich selbst ändern möchte. Bei der Hypnose bzw. Fremdhypnose ist das Vertrauen in den Hypnotiseur von grosser Bedeutung; es sollte also jemand sein, der charakterlich autark ist und zu dem der ‹Klient› eine gewisse Sympathie aufbringt.

3.  Durch die abschliessende Rücknahme wird ganz einfach die Trance wieder aufgehoben; der Mensch versetzt sich durch entsprechende Befehle, durch Anspannung der Muskeln, tiefe Atemzüge, das Öffnen der Augen usw. wieder in den normalen Wachzustand.

 

Empfehlenswerte Bücher für Interessierte sind gemäss dem Dozenten des Seminars: ‹Selbsthypnose. Ein Handbuch zur Selbsttherapie› von Brian Alman und Peter Lambrou; die Bücher von Milton H. Erickson über Selbsthypnose sowie die Bücher von Agnes Kaiser Rekkas und viele weitere hilfreiche Bücher und Hör-CDs von verschiedenen Autoren.

Erfolg durch Selbsthypnose
Sehr empfehlenswert ist es aus meiner persönlichen Erfahrung, die von BEAM im Buch ‹Meditation aus klarer Sicht› geschaffenen ‹77 Meditationssätze der meditativen Gedanken- und Gefühlspflege› anzuwenden, aus denen man sich passende Sätze für den individuellen Gebrauch aussuchen kann. Beispielsweise Satz 68: «Was wahres Menschsein bedeutet, ist mir bewusst, und im Sinne des wahren Menschseins handle ich.». Natürlich ist es genausogut und wirksam, eigens Sätze zu kreieren, die einem angenehm sind; wichtig ist allein, dass sie klar, logisch und zielführend sind und nicht als Wunsch formuliert werden. Selbsthypnose ist eine Form der Meditation und diese kann jeder im Bewusstsein gesunde Mensch jederzeit und an jedem Ort nutzvoll und evolutiv für sich anwenden.
Weitere wichtige Punkte zum Thema Hypnose bzw. Selbsthypnose:

§  Tiefe Hypnose ist ein Zustand, wo ein anderer Mensch die Kontrolle über das Bewusstsein von einem Menschen übernimmt. Die Arten reichen dabei von einfacher Suggestion bis zu tiefster Tiefenhypnose.

§  Der Hypnotiseur hat die absolute Kontrolle über das Bewusstsein des Hypnotisierten und gemäss dem Willen des Hypnotiseurs fällt die Hypnose negativ oder positiv aus.

§  Einen guten Hypnotiseur (weiblich oder männlich) zeichnet aus, dass er sich seiner verantwortungsvollen Aufgabe bewusst ist und sich als vertrauenswürdig erweist.

§  Durch Selbsthypnose kann ein Mensch sehr viel im guten Sinne für seine Evolution erreichen. Was sich der Mensch durch Selbsthypnose eingibt, ist ein Befehl an sich selbst, den er dann befolgt. Dieser muss einfach immer logisch und vernünftig sein und darf nichts Irreales, Unlogisches und seiner persönlichen Individualität Zuwiderlaufendes enthalten.