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Ein Wort zu den Tabu-Themen Sterben und Tod

 

Sehr viele Menschen fürchten sich vor dem Tod und verdrängen das Wissen darum, dass er sie mit absoluter Unausweichlichkeit eines Tages ereilen wird. Dieser Tag kann schon morgen sein – oder in Wochen, Monaten, Jahren oder Jahrzehnten. Gewiss ist aber, dass er kommen wird und jeden von uns trifft, ob wir das nun wahrhaben wollen oder nicht. Auch Ängste vor dem Altwerden, vor Krankheit, Gebrechlichkeit und vor einem qualvollen Sterben beschäftigen viele Menschen. Über die Vorgänge beim Sterben, beim Tod, im Todesleben und bei der Wiedergeburt der Geistform des Menschen herrschen zumeist pure Unwissenheit oder religiöse Falschvorstellungen und Glaubensannahmen.

Frauen, Männer und Kinder mögen sich aus Angst und Verzagtheit nicht mit der absoluten Unvermeidlichkeit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen. Sie versuchen, alle Gedanken und Gefühle daran zu vermeiden und scheuen die bewusste Konfrontation mit dem Sterben, wissen jedoch im Grunde genommen sehr genau, dass der eigene Tod unvermeidlich ist. Allein der Zeitpunkt des eigenen Todes ist für den Menschen ungewiss, ebenso der Tag, an dem der geliebte Partner, Familienangehörige, Freunde, Bekannte, Berufskollegen usw. aus dem Leben scheiden müssen. Der Tod wird einfach als noch lang nicht anstehendes Ereignis angesehen und aus dem Bewusstsein, den Gedanken und Gefühlen verdrängt, oder der Mensch hofft sogar völlig widersinnig, dass er ihn selbst und die ihm nahestehenden Menschen nie ereilen möge.

Oft kann es beobachtet werden, dass alte Menschen, die sehr lange Zeit gemeinsam mit ihrem Lebenspartner verbracht haben, nach dem Tod des geliebten Menschen ihren Lebensmut verlieren, alle Hoffnungen auf eine gute Zukunft sinken lassen und in ihrem Leben keinen echten, tieferen Sinn mehr zu erkennen vermögen. Sie lassen sich gedanken- und gefühlsmässig richtungslos dahintreiben, bauen psychisch und körperlich dramatisch ab und sehnen oftmals ihren eigenen Tod herbei, weil sie glauben, ohne den verstorbenen Partner selbst nicht mehr weiterleben zu können. Sie wünschen sich, bald wieder mit dem resp. der Verstorbenen in einem vermeintlichen Himmel oder Paradies wiedervereint zu werden. Es existieren fast so viele verschiedene Vorstellungen von einem ‹Leben nach dem Tod›, wie es Menschen gibt, weil das Gros der Erdenmenschen nicht wirklich über die wahrheitlichen Gegebenheiten zu den Themen Sterben, Tod, Todesleben und Wiedergeburt der Geistform des Menschen informiert ist; die darin unwissenden Menschen haben alle ihren persönlichen Glauben in bezug auf den Tod, das Jenseits und Todesleben und hegen Hoffnungen und Wünsche und legen sich Vorstellungen zurecht, die nicht real sind und schlicht auf Unwissen und Unwahrheit beruhen.

In meiner unmittelbaren Nachbarschaft und im Kollegenkreis habe ich es erlebt, welch ein Schock der Tod eines nahestehenden Menschen für den zurückbleibenden Menschen sein kann, wenn der langjährige Lebenspartner, die Mutter, der Vater oder sogar das eigene Kind stirbt. Die Schockstarre, die tiefe Trauer und die damit verbundene Lähmung der Gedanken und Gefühle führen bei den Hinterbliebenen zu einer deprimierenden Kraftlosigkeit und inneren Leere und drohen die Menschen in ein schwarzes Loch der Trauer, Dunkelheit und Verzweiflung hineinzuziehen.

Oftmals löst der Tod des geliebten Menschen schwere Depressionen aus, von denen sich viele Menschen nicht mehr aus eigener Kraft zu befreien vermögen. Die bleierne Trauer, dunkle Gedanken und auch Depressionen sind nach dem Tod eines nahestehenden Menschen völlig natürlich und normal; sie sind für die Aufarbeitung und Bewältigung der Trauer in einem gewissen Rahmen sogar notwendig. Der Mensch darf sich aber durch seine Trauer nicht dermassen niederdrücken lassen, dass er nur noch den vermeintlichen Ausweg sieht, Selbstmord zu begehen. Jede Trauerphase soll durch den Menschen selbst richtig verarbeitet und bewältigt werden. Letztendlich kann jeder Mensch seine Trauer in positive Kräfte umwandeln und daraus neuen Lebensmut, Kraft, Wissen und Weisheit in sich erarbeiten (siehe BEAM-Buch ‹Wiedergeburt, Leben, Sterben, Tod und Trauer›).

Kein trauernder Mensch sollte aus Verzweiflung sein eigenes Leben wegwerfen. Bei allem Schmerz, allem Leid und aller Wehmut, die ­dabei durchlebt werden, ist das Wegwerfen des eigenen Lebens nicht gerechtfertigt und führt zu keinem akzeptablen Ziel. Das Auf­geben des eigenen Lebenswillens ist – wenn man die Wahrheit ­ungeschminkt beim Namen nennt – ein Akt der Feigheit vor dem ­Leben und eine Lästerung der Schöpfungs- und Naturgesetze. Diese fordern, dass jeder Mensch sich über den Tod rechtzeitig nach der Wahrheit ausgerichtete Gedanken macht und sich über die wahre Natur des Todes informiert, wodurch das Sterben und der Tod ihren Schrecken verlieren. Jeder Mensch muss trotz der Hilfe von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten letztlich mit der Trauer aus eigener Kraft fertig werden, wozu jeder gesunde Mensch auch fähig ist. Diese Worte mögen für manchen Menschen hart klingen; dennoch sollen sie in keiner Weise die Würde derer angreifen, die vom Tod eines geliebten Menschen betroffen sind oder sich auf das Dahinscheiden eines ihnen Nahestehenden vorbereiten müssen. Wenn die Wahrheit vielen grausam und mitgefühllos erscheinen mag, so liegt das zumeist an ihrem religiös bedingten Unwissen über die schöpferisch-natürlichen Gesetze des Lebens.

Ein unwissender Mensch steht der Natur des Todes – und damit im Grunde genommen auch dem Leben selbst – unwissend und hilflos gegenüber und ist ein gefundenes Fressen für die Religionisten und Sektierer. Er weiss nämlich nicht, dass er in Wahrheit mit dem Leben zusammenarbeitet und dass Leben und Tod eine untrennbare Einheit bilden. Trauernde Menschen bedürfen der Hilfe, des Beistands und der Aufklärung über die wahren Gesetzmässigkeiten des Lebens, des Sterbens, des Todes und der Trauer.

Der Tod ist ein universelles Gesetz der gesamten Schöpfungsnatur und ein integraler Bestandteil des Lebens selbst. Auch wir Menschen sind als Teil der Natur untrennbar mit dem Tod verbunden. Ohne den Prozess des Alterns, des Sterbens und des Todes resp. des Werdens, Vergehens und Wiederwerdens kann beispielsweise im Pflanzenreich (Flora) kein neues Leben in Form eines Keimes, eines neuen Triebes, einer Pflanze und letztlich einer Blüte sowie der daraus hervorgehenden Frucht entstehen, denn die Pflanze lebt von den Nährstoffen und Essenzen der verwelkten und gestorbenen Pflanzen, die zuvor ihr Dasein dort gefristet haben und den natürlichen Weg der Vergänglichkeit gegangen sind. So baut in der Natur das eine Leben auf dem anderen Leben auf; jede Lebensform ist in ihrem Entstehen und in ihrer Entwicklung auf die Existenz anderer Lebensformen angewiesen, weil in der gesamten Natur alles nur im Zusammenspiel miteinander und als systemische Einheit leben, existieren und sich weiterentwickeln kann. Dazu gehört es, dass Lebensformen sterben resp. (im Pflanzenreich) absterben, verrotten und als neue Nahrung bzw. neuer Nährboden für andere Lebensformen dienen. Ohne das Sterben der materiellen Lebensformen kann kein neues Leben entstehen, weil alles Leben einem unendlichen Kreislauf eingeordnet ist. Das Gleiche trifft auch auf das materielle Dasein des Menschen und seinen Werdegang mit den Stationen Zeugung, Geburt, Leben, Sterben, Tod, Todesleben und Wiedergeburt der Geistform zusammen mit der Geburt eines neuen Menschen zu. Das Wichtigste ist dabei die Erkenntnis, dass der Mensch von einer unsterblichen Geistform belebt wird, die ihm durch ihre Energie das Leben als Mensch mit seiner einzigartigen Persönlichkeit und Individualität ermöglicht.

Die Trauerbewältigung ist ein wichtiger Lernprozess im Leben eines Menschen, der nicht nur Schmerz, Leid und Verzweiflung mit sich bringt. Nach einer gewissen Zeit akuter Trauer muss der Mensch allmählich die Tatsache akzeptieren, dass der von ihm geliebte, verstorbene Mensch unwiderruflich den Weg der Vergänglichkeit allen Seins gegangen ist und in seiner Einmaligkeit niemals wiederkehren wird. Nach und nach müssen die Hinterbliebenen das Leben wieder als schön, wunderbar und lebenswert annehmen. Dazu gehören nicht nur die Erfüllung der alltäglichen Aufgaben, sondern auch die vielen Freuden und Glücksmomente des Alltags sowie die intuitive Gewissheit, dass das Leben einen tiefen Sinn hat. Der Mensch soll nach der Trauerzeit wieder Zuversicht in sich selbst und Vertrauen in die Gerechtigkeit der Gesetze des Lebens aufbauen. Der eigentliche Sinn des Lebens ist die Evolution des Bewusstseins durch ein stetiges Lernen wahrer menschlicher Werte. Am Ende unseres aktuellen Lebens gibt unser Bewusstsein alle hohen Essenzen an Wissen, Liebe und Weisheit an die feinststoffliche Geistform und die persönlichen Speicherbänke ab, in der sie für alle Zeiten gespeichert und bewahrt bleiben.

So mancher trauernde Mensch hofft, mit dem verstorbenen Menschen in irgendeiner Form wieder zusammenkommen zu können und träumt von einem gemeinsamen Leben im ‹Paradies›, im Jenseits, im Himmel etc. Er resp. sie ahnt sehr richtig, dass es nach dem Tod der biologischen Lebensform ‹Mensch› irgendeine Form der Weiterexistenz in einer jenseitigen Dimension geben muss. Das ist soweit richtig, denn die Geistform des Menschen führt in den jenseitigen Gefilden ihr sogenanntes Todesleben, bevor sie neuerlich reinkarniert. Der trauernde Mensch muss sich aber von der irrealen ­Vorstellung lösen, dass im Jenseits irgendwelche grobstoffliche Körper weiterexistieren können, denn dieser Wunsch entspricht nicht der Wirklichkeit. Die jenseitige Dimension ist immateriell bzw. feinststofflich und hat mit der uns bekannten körperlich greifbaren Welt nichts gemein. Die Persönlichkeit des Menschen wird unmittelbar nach dem Tod des materiellen Körpers vollständig aufgelöst, wobei die wirklich wichtigen Werte in den Speicherbänken festgehalten werden und den Nachfolgepersönlichkeiten impuls- und ahnungsmässig bereitstehen, wodurch die fortlaufende Evolution der Persönlichkeitslinie gewährleistet ist. Eine Verbindung zu den vorigen Persönlichkeiten der Geistformlinie besteht nur in Form der feinstofflichen Fluidalkräfte, die hauptsächlich in den Knochen gespeichert sind. Daher sollte der Mensch darauf achten, seine sterblichen Überreste nicht einäschern zu lassen, sondern nach Möglichkeit eine Erdbestattung verfügen (siehe BEAM-Buch ‹Rund um die Fluidalenergie resp. Fluidalkräfte und andere Dinge›).

Im feinststofflichen Bereich des sogenannten ‹Jenseits› gibt es kein materielles Bewusstsein mehr mit Gedanken und Gefühlen und einer Psyche. Jegliche Kommunikation mit einem verstorbenen Menschen ist unmöglich, weil die Persönlichkeit nach dem Tod durch den sogenannten Gesamtbewusstseinblock aufgelöst wird. Der von der Geistform verlassene, verstorbene Körper bleibt nach dem Tod zurück und verfällt in seine Grundbestandteile, wodurch er wieder ein Teil der biologischen Natur wird. Ein verstorbener Mensch und seine Persönlichkeit können niemals mehr ins Leben zurückkehren oder sogar im Körper eines Tieres wiedergeboren werden, wie es die irrige Karma-Lehre behauptet, denn der Mensch als biologische Lebensform ist sterblich und der Vergänglichkeit eingeordnet. Ebenso kann die Geistform niemals in einen verstorbenen Körper zurückkehren, weshalb es z.B. keinen Sinn ergibt, kranke resp. verstorbene Körper einfrieren zu lassen, um zu warten, bis ein Medikament oder eine Methode für die Heilung gefunden wird. Von solchen Hoffnungen unwissender bzw. gutgläubiger Menschen leben einige clevere Geschäftemacher. Die Aufgabe des Menschen ist die Evolution seines Bewusstseins, hauptsächlich das Erlernen und Festigen der Werte des wahren Menschseins, vor allem von Liebe, Frieden, Freiheit, Harmonie, Freude, Mitgefühl, Wissen und Weisheit.

Nach dem Tod des Menschen existiert im jenseitigen Bereich nur noch seine feinststoffliche Geistform; alles andere des verstorbenen Menschen ist – wie erklärt – nur noch in Form von Impulsen in den Speicherbänken vorhanden. Der verstorbene Mensch kann nie mehr in der gleichen Form als Mensch wiedergeboren werden, weil dies – die Wiedergeburt – nur der energetischen Geistform möglich ist, die bei ihrer Reinkarnation einen völlig neuen Menschen belebt, der mit der Vorgängerpersönlichkeit nichts mehr zu tun hat – ausgenommen die Essenz von Wissen, Weisheit und Liebe, die in seinem Unterbewusstsein gespeichert ist.

Alle Vorstellungen bezüglich eines gemeinsamen Lebens mit einem verstorbenen Menschen im Jenseits, in einem Himmel, in ‹geistigen Welten›, ‹höheren Sphären› usw. sind irreal und entspringen den Hirngespinsten, Wünschen und Wahnvorstellungen der Religionen, Sekten und Philosophien, die die Gesetze des Lebens und ihre effektive Wirklichkeit nicht kennen. Jeder einzelne Mensch und damit auch dessen Persönlichkeit ist absolut einmalig und kann in dieser Form niemals wieder in Erscheinung treten. Der verstorbene Mensch kann aber von den Hinterbliebenen in liebevoller Erinnerung be­halten werden, wodurch man ihm Achtung, Respekt und Liebe er­weisen kann.

Sofern eine echte Liebeverbindung zu einem Menschen bestand, so ist diese über den Tod hinaus beständig und überdauert Raum und Zeit, weil sie im geistigen Gemüt des Menschen verankert ist, das ein Teil seiner unsterblichen Geistform ist. So können also zwei Menschen, deren Vorgängerpersönlichkeiten durch eine effektive Liebeform miteinander verbunden waren, in den Folgeleben als völlig neue Menschen wieder zueinander finden und ihre Liebe weiter pflegen, wenn sich die Liebeschwingungen bereits in eine Form der echten Empfindungs- resp. Gemütsliebe eingeordnet haben. Die geistige Gemütsliebe hat nichts mit der materiellen, sogenannten affektiven Liebeform gemein, die allein auf körperlichen, sexuellen und optischen Reizen und allen damit zusammenhängenden Dingen beruht, wie beispielsweise bei der Verliebtheit (siehe BEAM-Buch ‹Gesetz der Liebe›).

Der Mensch tut an sich selbst und an den Schöpfungsgesetzen und Schöpfungsgeboten unrecht, wenn er sein Leben wegwirft, sich den Tod herbeiwünscht oder sich durch aktive Sterbehilfe aus dem Leben katapultieren lässt. Aktive Sterbehilfe ist mitnichten ein Akt der Nächstenliebe, sondern gemeiner Mord bzw. Beihilfe zum Selbstmord, sofern sie durch eine dritte Person durchgeführt wird. Das Leben dient dem Zweck der Bewusstseins- und Geistesevolution des Menschen und muss unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten in Natürlichkeit bis zum letzten Atemzug gelebt werden. Der Tod ist nicht das Ende aller Existenz, sondern ein notwendiger Schritt zur Verarbeitung des abgeschlossenen Lebens, damit nachfolgend ein neues Leben keimen, wachsen, gedeihen und erblühen kann. In der Natur geht nichts verloren, denn alles scheinbar Tote wandelt sich nur und nimmt neue Formen und Gestalten an. Dadurch erhält durch den Tod alles im Leben eine weiterführende Bedeutung. So ist auch der Sterbevorgang ein eminent wichtiges Erlebnis für den Menschen, das ihm nicht gewaltsam und unlogisch (auch nicht durch das Ausüben der Todesstrafe) entrissen werden und dem er sich nicht durch eine Flucht vor Unannehmlichkeiten oder Beschwernissen des Lebens entziehen darf. Durch Selbstmord und aktive Sterbehilfe bringt sich der Mensch selbst um unersetzliche Erfahrungen und das daraus entstehende Wissen über die Natur des Sterbens und des Todes. Dieses steht der Folgepersönlichkeit der Geistformlinie im tiefen Inneren als empfindungsmässige Ahnung zur Verfügung und verleiht ihr ein intuitives Wissen über die Gerechtigkeit und unumstössliche Logik der Gesetze des Lebens.

Die schöpferisch-natürlichen Gesetze sehen vor, dass das Leben des Menschen – genau wie das Dasein aller anderen Lebewesen – bis zur natürlichen Ausschöpfung der Lebenskraft geführt und erhalten werden soll, damit er während seines Lebens möglichst viele Werte an Wissen, Weisheit und Liebe sammeln kann. Der Mensch soll alle seine individuellen Erfahrungen durch Verstand und Vernunft richtig auswerten und in positive Werte umwandeln, von denen er evolutiv profitiert. Auch die tiefste Trauer gibt dem einzelnen Menschen kein Recht, sich selbst zu töten, sich durch Sterbehilfe umbringen zu lassen, oder sogar – aus Hass oder Rachegelüsten – einen fehlbar gewordenen Menschen durch die Vollstreckung der Todesstrafe zu ermorden. Durch Mord, Selbstmord und Todesstrafe wird einem Menschen brutal und naturwidrig die Möglichkeit genommen, seine Fehler einzusehen, aus ihnen zu lernen und sie wiedergutzumachen. Durch alle Arten von Mord wird der natürliche Fortgang des Lebens und des evolutiven Lernens mit brutaler Gewalt beendet. Alles im Leben – auch das Fehlerbegehen – dient letztendlich der Evolution des Bewusstseins, die sich jeder Mensch selbst erarbeiten muss und wodurch er zur Gesamtevolution der Schöpfung beiträgt.

Das Töten eines Menschen ist grundsätzlich nur in reiner Notwehr zulässig oder wenn – bei der rein passiven Sterbehilfe – Maschinen abgestellt werden, die einen bereits unheilbar kranken Menschen am natürlichen Sterben hindern oder bei einem schon Verstorbenen (wenn die Geistform den Körper bereits verlassen hat) nur noch die rein mechanische Funktion der Organe aufrechterhalten. Alle anderen Motive beruhen schlicht auf Feigheit vor dem Leben und dem Sterben, auf blanker Unwissenheit infolge falsch-humaner resp. religiöser Vorstellungen, auf Bequemlichkeit oder sogar – bei der aktiven Sterbehilfe – auf versteckter Mordlust unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Nächstenliebe, hinter der sich in Wirklichkeit nackte Grausamkeit und Lebensfeindlichkeit verbergen. Es ist keineswegs unwürdig zu sterben und den natürlichen Sterbevorgang bis zum Ende zu durchleben. Vielmehr ist es höchst unwürdig und entbehrt jeder wahren Menschlichkeit, wenn der Mensch Selbstmord begeht oder sich von profitgierigen Sterbehelfern kaltblütig ermorden lässt. Das Leben ist in jedem Augenblick wertvoll und in seiner Schönheit durch nichts zu ersetzen. Das gilt auch für die Stunden des herannahenden Todes, wenn ein Mensch im Sterben liegt und sein Leben schliesslich durch den Tod seinen würdigen Abschluss findet. Das Leben des Menschen gleicht einer unendlichen Reise durch Raum und Zeit, während der die Geistform des Menschen von Persönlichkeit zu Persönlichkeit viele Stationen durchläuft. Dabei ist jede Erfahrung, jedes Erlebnis und jeder Moment auf seine Art und Weise lebenswert, wundervoll und einzigartig, denn das Leben ist ein unersetzbares, wundervolles und ehrbares Geschenk der Schöpfung. Wer die Gesetze des Lebens und der Schöpfung kennt und achtet, der kann dem Tod offen und frei entgegentreten.