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Liebe oder Hass – alles fällt auf den Menschen selbst zurück

Immer wieder hört man von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen Forderungen nach körperlichen Züchtigungen, physischen oder psychischen Strafen, oder gar Mordphantasien gegen Menschen, die sich religiös betätigen. Auch werden Menschen, die vermeintlich zu viele Kinder in die Welt gesetzt haben, als Fehlbare gebrandmarkt oder abfällig, geringschätzig resp. verächtlich angesehen. Sei dieses ernst gemeint, oder, wie manchmal behauptet, doch nur ein ‹Spruch›, so gibt es eben doch zu bedenken, welche Gedankenrichtung hier noch vorherrscht. Es muss klargestellt werden, dass die so Denkenden und Urteilenden einem absoluten Irrtum unterliegen, mit dem sie sich selbst einen evolutiven Schaden zufügen, der dem eigenen Wohl resp. dem Fortschritt, dem Ausgleich, dem Frieden und der wahren Menschlichkeit zuliebe behoben werden muss.

Die Schöpfungsgesetzte sind völlig neutral und unpersönlich und haben nichts zu tun mit einem Gott, mit Heiligen, Engeln oder sonstigen Überwesen, die angeblich über des Menschen Schicksal bestimmen und über ihn richten, wenn er etwas Falsches getan hat. All das ist Unfug und beruht wahrheitlich gesehen auf irrealen Phantasien der dies glaubenden Menschen. Die Gesetze der Schöpfung Universalbewusstsein funktionieren in Wahrheit wie unaufhörlich durch das Universum fliessende, immerwährend wirkende Energien und Mechanismen, die auf alles und jedes spontan, gleichbleibend und unabänderlich (daher gesetzmässig) reagieren. Sie wirken sozusagen mit vollautomatischer Präzision, wie ein perfekt funktionierendes Computerprogramm, und rufen auf jede gesetzte Ursache zwangsläufig eine ganz bestimme Wirkung im Positiven oder Negativen hervor, egal ob ein Mensch dies will oder nicht, und ganz gleich ob er sich dessen bewusst ist oder nicht.

Der Mensch ist unvollkommen und macht Fehler, die er beheben muss, um daraus zu lernen, und zwar zwangsläufig. Das Erkennen der eigenen Schwächen und Fehler ist also für unser Fortkommen evolutionsfördernd. Man muss die aus den Fehlern gezogenen Schlüsse und Erkenntnisse auf sein eigenes Denken, Fühlen und Handeln beziehen, um daraus zu lernen, um dann das Denken und Handeln zu korrigieren, damit die gleichen Fehler vermieden werden. Die von anderen Menschen gemachten Fehler und ihr aktuelles Fehlverhalten können offen und respektvoll angesprochen werden, sofern es evolutiv hilfreich ist und man am selben Fehler wirklich nicht mehr selbst leidet. Der Unmut über die menschlichen Fehler darf jedoch niemals dazu führen, den Zorn darüber auf die Menschen selbst zu übertragen, oder sogar in sich Hass gegen Mitmenschen zu erzeugen. Der Umstand bzw. das Fehlverhalten als solches und der Mensch, der diesen Fehler begangen hat,  müssen strikt voneinander getrennt werden, und zwar gedanklich, gefühlsmässig und emotional. Ansonsten entstehen menschenunwürdige Ausartungen in den eigenen Gedan-ken und Gefühlen sowie in der Psyche, die einem selbst schaden. Was ein Mensch auch immer tut, ob er tief gläubig ist, ob er exzessiv zur Mehrung der Überbevölkerung beiträgt, oder ob er fehlbar wider die schöpferisch-natürlichen Gesetze und Gebote denkt, fühlt, handelt und wirkt – stets muss folgendes Faktum gesehen und beachtet werden: Der Mensch als Mensch und schöpferische Kreation bleibt als solcher in Ehrwürdigkeit stets unantastbar, egal was er auch immer tun und lassen mag und ob es anderen gegen den Strich gehen mag oder nicht.

Die Geisteslehreweisheit ‹Ehrfurcht und Ehrwürdigkeit sind die Urkräfte aller Erkenntnis› (siehe Buch GENESIS der FIGU, Wassermannzeitverlag) ist kein hohler Spruch, sondern eine Handlungsanweisung resp. eine Empfehlung (Gebot) für uns Menschen, ehrwürdigende Gedanken und Gefühle zu erzeugen und sie gegenüber den Mitmenschen und allen Kreationen der Schöpfung auszuüben. Und dies soll nicht irgendwann geschehen, sondern hier und jetzt in der Realität des Alltags.

Nochmals in Wiederholung: Weder tiefe Gläubigkeit noch religiöse Hörigkeit oder sonstige Gedanken, Gefühle, Taten, Handlungen und Eigenarten eines Menschen geben einem das Recht, einen Mitmenschen zu verurteilen, zu verletzen, ihn zu verspotten, oder sich in Formen des Hasses, der Abscheu, der Verachtung und Aggression gegen ihn zu ergehen. Alle diese negativen Unwerte sind schöpfungsgesetzwidrig und fallen durch die Wechselwirkung aller Kräfte auf den Menschen selbst zurück, der entweder Liebe und Mitgefühl oder aber Hass sowie böse Gedanken, Gefühle, Emotionen, Taten und Handlungen kreiert und zur Wirkung kommen lässt - siehe dazu auch die Erklärungen über die Wirksamkeit der Gedanken im Buch ‹Kelch der Wahrheit›, Abschnitt 28, ab Vers 163:

«Der sich besser als ‹die Anderen› dünkende Mensch erniedrigt sich durch seine Überheblichkeit selbst und zieht infolge des Kausalprinzips bumerangartig Negatives zu sich heran, mit dem er früher oder später gedanklich-gefühlsmässig klarkommen muss, um alles wieder in neutral-positiv-ausgeglichene Kräfte, Gedanken, Gefühle und Handlungen umzuwandeln, um (und) wiederum daraus zu lernen, wenn er dazu gewillt ist.»

Die rückkoppelnde Wirkung auf ausgesendete negative Gedanken und Gefühle hat rein gar nichts mit einer züchtigenden Strafe im menschlichen Sinne zu tun. Sie ist die neutrale Auswirkung der Natur- und Schöpfungsgesetze, denen auch das menschliche Bewusstsein, die menschliche halbmaterielle Psyche und der komplette menschliche Mentalblock eingeordnet sind. Es sollte jedem Suchenden und Studierenden der Geisteslehre, der Lehre des Lebens, Lehre der Schöpfung,  klar sein, dass die Natur des Universalbewusstseins resp. der Schöpfung niemals mit den materiellen Massstäben eines rachsüchtigen und nach Strafe schreienden Menschen gleichgesetzt werden kann. Wer dennoch nach Strafe, Rache und Vergeltung schreit, hat noch nicht begriffen, was es heisst, dass alles und jedes in der Schöpfung miteinander verbunden ist und sollte sich um die Erarbeitung der Grundregeln des wahren Menschseins bemühen, deren Essenz Liebe, Wissen, Weisheit, Harmonie, Freiheit und Frieden sind. Wem es mit dem Menschwerden im schöpferischen Sinne ernst ist, der muss alle Unwerte über Bord werfen und in sich eine wertschätzende Neutralität aufbauen. Er muss alles Leben als gleichwertig und unantastbar erachten  und respektieren. Er erweist dadurch nicht nur der Schöpfung, sondern vor allem auch sich selbst grossen Respekt und fördert die Evolution seiner selbst und des Ganzen.

 

(Veröffentlicht in FLD-aktuell, Ausgabe 5, April 2013)