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Meditation


In wahrlicher Meditation
wird der Betrachter
eins mit dem Objekt,
in das er den
inneren Blick versenkt,
indem er sein Denkorgan
in gewaltloser Gewaltsamkeit
konzentrativ ergründend auf das
Objekt seiner Betrachtung lenkt.


Er betrachtet das Objekt
ganz rein und klar,
ungefärbt und gedankenfrei
in seinem So-Sein,
wodurch das Bewusstsein
sich löst vom Schein -
und es ist dabei nicht mehr
seiner selbst gewahr.


Wichtig ist allein,
die Aufmerksamkeit
gewaltlos zu lenken
auf ein beliebig Objekt,
wodurch man ablässt
vom Denken,
sodann die Aufmerksamkeit
darauf zu belassen,
im stillen, ruhigen Betrachten,
frei von Greifen und Fassen.


Lässt man sich täglich auf diese Form
der gewaltsamen Gewaltlosigkeit ein,
so stellt sich bald der Klarblick ein,
das Denkorgan wird von Unrat rein,
und durch neutral-positiv-ausgeglichenes Denken
lässt sich das eigene Tun und Handeln hin
zum schöpfungsgerechteren Leben lenken.


(Veröffentlicht in "Stimme der Wassermannzeit" Nr. 136 vom September 2005)