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Das Leiden der Henker und warum die Todesstrafe mörderisch ist


Am 31.10.2006 brachte ein deutschsprachiger TV-Sender eine amerikanische Dokumentation über die Vollstreckung der Todesstrafe in den USA. Darin wurden in neutraler, nicht wertender Weise mehrere Gefängnisdirektoren, Henker und Pastoren interviewt, die ihren "Job" in US-amerikanischen Gefängnissen ausüben, in denen die Todesstrafe vollstreckt wird. Es wurde gezeigt, dass und in welcher Weise alle Beteiligten unter den psychischen Folgen der Hinrichtungen zu leiden hatten. Unter den Henkern, die die Gefangenen durch Giftinjektionen töten mussten, litten alle unter mehr oder weniger starken Gewissensbissen und fragten sich, ob sie mit der Ausübung ihrer „Arbeit" das Richtige taten. Einer der Berufshenker rechtfertigte sich mit dem Argument, dass er nur die Gesetze ausführe, die vom Staat beschlossen wurden. Und da laut der Bibel, insbesondere dem Alten Testament, alle menschlichen Entscheidungen von „Gott" bestimmt und gesteuert würden, sei er nach seiner Überzeugung nur das ausführende Werkzeug dieses göttlichen Willens. Dieser Gotteswille verlange von den Menschen, die alttestamentarische Forderung „Auge um Auge, Zahn um Zahn" buchstabengetreu in die Tat umzusetzen.


Grundlegend ist zur Todesstrafe zu sagen, dass es keinem Menschen und keiner Gesellschaft zusteht, andere Menschen aufgrund irgendwelcher Regelungen, Verordnungen oder Gesetze in den Tod zu schicken. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch aus eigenem Antrieb und aus persönlichen Motiven jemanden ermordet oder ob er auf Befehl eines Gerichtes, eines Staatsorganes, eines Präsidenten, des Militärs, eines Diktators, eines Königs oder anderer menschlicher Mächte handelt, oder ob er sein grausiges Handwerk im Namen imaginärer Figuren wie Gott, Teufel und Dämonen usw. verrichtet resp. verrichten lässt.


Ein grundlegendes Gebot der Schöpfung besagt eindeutig, dass der Mensch nicht in Ausartung töten soll (siehe Buch „Dekalog/Dodekalog", erschienen im Wassermannzeit-Verlag der FIGU). Das Töten eines Menschen ist als letztes Mittel nur in reiner Notwehr zulässig, um das eigene Leben oder das Leben eines anderen Menschen vor einem tödlichen Angriff zu schützen. Dabei ist es im einzelnen Fall von der jeweiligen Situation abhängig, ob der verteidigende oder angegriffene Mensch im Augenblick der Bedrohung noch andere Mittel zur Abwehr des Angreifers anwenden kann, ohne ihn töten zu müssen. Je nach den Umständen kann die Gefahr vielleicht schon dadurch abgewendet werden, dass durch gute Worte besänftigend auf den Angreifer eingewirkt wird, wenn es sich bei diesem um einen einzelnen Menschen handelt. Wenn Verstand und Vernunft des Angreifers noch ansprechbar sind, kann womöglich der aufwühlende Sturm seiner Gedanken, Emotionen und Gefühle noch soweit geglättet werden, dass er von seinem todbringenden Vorhaben ablässt. Spricht er darauf nicht an und kann er auch durch äussere Gewalt nicht soweit ausser Gefecht gesetzt werden, dass er von seiner Absicht ablassen muss, so ist als letztes Mittel das Töten in reiner Notwehr erlaubt.


Jedes Lebewesen ist ein äusserst kostbares Gut der Schöpfung, die durch ihre reingeistige, neutrale Energie alles Leben erschaffen hat und durch die kosmisch-elektrische Lebensenergie am Leben erhält. Der Mensch hat als selbstevolutionierendes Geschöpf des Universalbewusstseins eine besondere Stellung im Universum. Als OMEDAM ('Gesetz und Erfüller') obliegt ihm die verantwortungsvolle Aufgabe, sein Bewusstsein und seinen Geist zu evolutionieren und damit zur Evolution der Schöpfung beizutragen, in die er nach langer Entwicklungszeit einmal eingehen wird. Als höchstentwickelte Lebensform im Universum obliegt ihm die Aufgabe, alles menschliche, faunaische und florische Leben sorgsam und gerecht zu bewahren, zu fördern und zu schützen.


Dennoch setzt sich der Mensch in oft religiös motiviertem Grössenwahn selbstherrlich über die weisen Gebote der Schöpfung hinweg und bestimmt naturwidrig über Leben und Tod fehlbarer Menschen. Diese lebens- und menschenverachtende Gesinnung zeugt auch von der primitiven, rachsüchtigen Denkweise von Menschen, die die Todesstrafe gutheissen und gegebenenfalls ausführen. Solche Menschen beweisen damit, wessen „Geistes Kind" und welche Art von Mensch sie sind, nämlich verantwortungslose und im tiefen Grunde ihres Wesens feige und lebensunfähige Kreaturen, die der wahren Bedeutung der Bezeichnung „Mensch" noch in keiner Weise gerecht werden. Die Verhängung und Vollstreckung der Todesstrafe sowie ihre blosse Befürwortung sind menschenunwürdig. Hat ein Mensch im Affekt, in einem Blutrausch, infolge eines Psyche- oder Bewusstseinsschadens oder in planender und kalter Absicht ein oder viele Leben getötet resp. gemordet, kann dadurch, dass der Täter zur Strafe hingerichtet und gewaltsam ins Jenseits befördert wird, am Geschehenen kein Jota mehr rückgängig gemacht werden. Im Gegenteil -dem bereits geschehenen Verbrechen wird neues Unrecht hinzugefügt, das dem zerstörerischen Mord in keiner Weise nachsteht. Durch menschliche Gesetze und Bestimmungen legitimiertes Töten im Strafvollzug ist in Tat und Wahrheit nichts weiter als das hassvolle, feige und nach blutiger Vergeltung schreiende Ausleben kalter Rachlust, wodurch sich die Befürwortet, Unterstützer und Ausführenden der Todesstrafe zu verachtenswerten Kreaturen erniedrigen.
Seit es Religionen und religiöse Sekten gibt, rechtfertigen ihre Gründer, Bewahrer, Verfechter, Bonzen, Anhänger und Gläubigen (ebenso wie viele sogenannte weltliche Mächte) ihr Handeln mit dem angeblichen Willen eines imaginären Schöpfergottes. Von diesem alles beherrschenden Gott wird behauptet, dass er von unendlicher Liebe und Fürsorge für seine schwachen Geschöpfe erfüllt sei - aber er lässt widersinnigerweise zu, dass seine irdischen „Vertreter" sofort zu drakonischen Strafen, zu Terror, Mord und blutiger Vergeltung greifen, wenn eines seiner „geliebten Schäfchen" wagt, die unlogischen und menschenverachtenden Gebote und Dogmen zu hinterfragen, die angeblich durch ihn geschaffen wurden, oder wenn es gar seine Existenz anzweifelt. Zu früheren Zeiten wurden die Menschen von Religionisten, Sektengurus und deren Schergen bespitzelt, verfolgt, terrorisiert und womöglich mit grausamen Strafen belegt, wenn sie an einem derart jähzornigen, ungerechten und strafenden Gott zweifelten. Dass es einen nach Rache und Strafe schreienden, unlogisch handelnden und abartig fühlenden Schöpfergott nie gegeben hat und niemals geben kann, erschliesst sich jedem gesund denkenden Menschen, der der Kräfte seines Verstandes, seiner Vernunft und seines Bewusstseins zumindest ansatzweise mächtig ist. Ein solcher Gott war und ist nur das Spiegelbild krankhaft ausgearteten menschlichen Denkens, das alles Böse in eine göttliche Phantasiefigur hineinprojiziert, um die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, wodurch sie in die Irre geführt und in jeder Hinsicht ausbeutet werden können.


Keinem Menschen ist es gegeben, sich als willenloses Werkzeug im Namen eines rächenden Schöpfergottes hinzustellen - auch nicht Henkern, die im Auftrag menschlicher Justiz morden und dadurch ihre Eigenverantwortung mit Füssen treten und ihr Gewissen hinter einer nichtexistenten göttlichen Macht verstecken, der sie ihr selbstverleugnerisch opfern. Henker lassen sich in ehrloser Weise für die bösen Zwecke politischer und religiöser Mächte missbrauchen, denen das Leben eines Menschen nichts gilt und die - wie seit eh und je - zwar von Nächstenliebe, Frieden, Freiheit, Menschlichkeit, Vergebung und Gerechtigkeit reden, in Wahrheit aber das genaue Gegenteil praktizieren, nämlich primitive Rache, unmenschliche Verfolgungen und Bestrafungen, Folter, Vergewaltigungen, Mord und Totschlag.
Vor rund 2000 Jahren sagte der Prophet Jmmanuel: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!". Die Früchte der Religionen und der Politik sehen wohlschmeckend und saftig aus, in ihrem Inneren beherbergen sie aber nur Fäulnis, Gestank, Verrat, Verwesung und Tod, wie durch millionenfache Folterungen, Meuchelmorde, Hinrichtungen, Hexenverbrennungen usw. im besonderen durch die „heilige Inquisition" der römisch-katholischen Kirche und aller anderen christlichen Religionen und Sekten seit Beginn ihres Entstehens bewiesen wurde und wird.
Befürworter, Unterstützer und Ausübende der Todesstrafe, ob aus eigenem Willen oder im Namen eines Staates, der Obrigkeit oder eines Gottes, einer Religion oder Sekte, machen sich eines Verbrechens gegen die Naturgesetze schuldig und müssen fortan mit den unausbleiblichen Folgen ihres Tuns leben. Der Mensch ist ein Teil des Universums, in dem durch den Geist und die Liebe der Schöpfung alles miteinander verbunden und verwoben ist. Somit schneidet er sich gleichsam ins eigene Fleisch, wenn er andere Menschen schöpfungsgesetz- und schöpfungsgebotswidrig tötet. Im Falle der Henker und ihrer Handlanger sind es lebenslange Gewissensbisse, die diese Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Im Bewusstsein oder Unterbewusstsein wissen sie, dass sie Unrecht begehen oder begangen haben und dass es ihnen nicht zusteht, das von der Schöpfung erschaffene Leben eines anderen Menschen strafvollziehend zu vernichten.


Jeder Mensch soll sein Leben zur Erfüllung der Evolution bis zu seinem natürlichen Ende leben können, denn der Sinn seines Daseins ruht in der unaufhörlichen, bewusstseinsmässigen und geistigen Evolution über unzählige Wiedergeburten hinweg. Wird einem Menschen das Leben jedoch gewaltsam und ohne akute Not entrissen, so werden ihm durch böse Gewalt alle Möglichkeiten seiner persönlichen Evolution im gegenwärtigen Leben genommen. Er hat also Leben keine Chance mehr, seine Fehler zu erkennen, zu verarbeiten und zu beheben. Mit dem Auslöschen des gegenwärtigen Lebens ist der fehlbare Mensch zwar „aus den Augen und aus dem Sinn", aber sein Denken, seine Emotionen, sein Fühlen, Sprechen, Wirken und Handeln usw. bleiben als Information in den feinstofflichen Speicherebenen erhalten. Da der fehlbare Mensch infolge seiner Ermordung seine Fehler nicht mehr überdenken und neutralisieren kann, muss die neue Persönlichkeit seiner Geistform dies im folgenden Leben unter grösseren Mühen aufarbeiten, um irgendwann alles verarbeiten und auflösen zu können. Die nächste Persönlichkeit, das neue materielle Bewusstsein, ist nach der nächsten Reinkarnation der Geistform zwar völlig neu und unbelastet, wird aber impulsmässig durch noch unverarbeitete Dinge der vorhergehenden Persönlichkeit getroffen. Mit der Aufarbeitung und Neutralisierung der sie treffenden Impulse muss die neue Persönlichkeit dann bewusst oder unbewusst fertig werden. Die menschliche Evolution geht also nach dem Sterben weiter und kann auch durch den Tod nicht aufgehalten werden, weil der Geist immateriell und unvergänglich ist.


Die Todesstrafe kann also keine Massnahmeerfüllung an fehlbaren Menschen sein, sondern die Strafe muss darin bestehen, die Delinquenten für den Rest ihres Lebens von der übrigen Menschheit zu isolieren. Sie können an geeignete Orte gebracht werden, wo sie körperlich unversehrt aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen und ihre Fehler überdenken können.
Ein Mensch, der um die Tatsache der Wiedergeburt der menschlichen Geistform weiss, kann in der Todesstrafe keinen Sinn mehr erkennen. Er hat gelernt, dass der Mensch seiner Selbstverantwortung in keinem Falle ausweichen kann, und es ist ihm bewusst, dass Selbstmord keine Lösung für irgendwelche Probleme sein kann. Der Mensch kann und muss alle Schwierigkeiten und Herausforderungen auf seinem Lebensweg aus sich selbst heraus, durch die Kraft seines Verstandes, seiner Vernunft und seines Bewusstseins bewältigen. Eine feige Flucht aus dem Leben schiebt seine Probleme zwar vorübergehend auf, aber auflösen resp. neutralisieren kann er sie dadurch nicht. Die nachfolgende Persönlichkeit seiner Inkarnationslinie muss die sie treffenden Impulsen verarbeiten, um die noch unverarbeiteten Dinge zu neutralisieren.


In diesem Zusammenhang ist noch zu sagen, dass auch jede aktive Sterbehilfe Mord resp. Beihilfe zum Selbstmord und somit unzulässig ist. Strikt davon zu unterscheiden ist die passive Sterbehilfe, die erlaubt oder sogar richtig ist, wenn z.B. Maschinen abgestellt werden, die einen Menschen am natürlichen Sterben hindern oder die sogar nur noch die Funktion der Organe aufrechterhalten.


In der eingangs erwähnten TV-Reportage sprach ein anderer Henker offen über seine Probleme, das bewusste Töten von Menschen zu verarbeiten. Er sagte, dass es ihm mit jeder Exekution schwerer falle, mit den Hinrichtungen weiterzumachen. Er klagte über Schlafprobleme und die steigende gesundheitliche Belastung durch seine Arbeit. Er kenne keinen Beteiligten, dem es nach der Hinrichtung eines Menschen besser ginge als davor. Alle fühlten sich schlechter und keiner von ihnen sehe danach besser aus - einschliesslich ihm selbst. Es gebe unter den Henkern und ihren Helfern immer wieder Männer, die aufgrund der psychischen Belastungen chronisch krank würden, Herzinfarkte und Schlaganfälle bekämen und den "Job" nicht mehr machen wollten, weil sie alles einfach nicht mehr verkraften würden. Ein anderer Mann, der früher als Henker gearbeitet hatte, sagte, dass er zu der Zeit, als er seinen Beruf noch ausführte, von der Richtigkeit seines Tuns absolut überzeugt gewesen sei. Beim Interview zeichnete die Kamera einen weinenden und psychisch schwer belasteten Mann auf, der mit dem Hinrichten irgendwann aufgehört hatte, weil seine nervlichen Kräfte am Ende waren. Er habe nach dem Ende dieser Tätigkeit zwei Jahre gebraucht, um die Erlebnisse aus seinem Beruf und die ihn treffenden Folgen zu verarbeiten. Heute sei er absolut davon überzeugt, dass es falsch sei, Menschen strafend umzubringen, egal ob es die Gesetze oder der Staat verlangten oder nicht.
Am Beispiel dieses ehemaligen Henkers wurde dem Zuschauer klar, dass sich der Mensch bewusstseinsmässig, psychisch und körperlich selbst Leid, Schmerzen und Krankheiten zufügt, wenn er sich durch eine menschliche Autorität oder im Namen eines imaginären Gottes dazu verleiten lässt, andere Menschen auf Befehl zu töten. Der Mann an den Folgen seines Berufes psychisch schwer zu leiden und man konnte als aufmerksamer Betrachter nur Mitgefühl und tiefes Bedauern für ihn aufbringen. Seine Selbstachtung konnte durch seine Ehrlichkeit und die Reue über seine Taten nur unter grossen psychischen Schmerzen zumindest teilweise wieder zurückerlangen. Er hatte sich noch rechtzeitig von seinen alten Überzeugungen bezüglich der Todesstrafe losgesagt und die drückenden Last der falschen Dogmen, die sein Gewissen jahrelang in Knechtschaft gehalten hatten, von sich geworfen. Es war das anerkennenswerte Verhalten eines Mannes, der seine Gesinnung nach hartem, innerem Kampf zu einem ehrwürdige Denken und Fühlen gewandelt hatte. Das Beispiel dieses Mannes beweisst, dass es für einen Menschen nie zu spät ist, aus seinen Fehlern zu lernen und sie zu beheben, wenn er nur willens und mutig genug ist, sie sich einzugestehen und sich damit auseinanderzusetzen.


In einer weiteren Szene berichtete ein Pastor, der die Todeskandidaten an ihrem Sterbetag begleitete, von seinen Erlebnissen. Die Todeskandidaten suchten vor ihrer Exekution immer wieder seinen Trost, seinen Zuspruch und seine körperliche Nähe, während sie gefesselt und angeschnallt auf der Pritsche lagen, die sie nicht mehr lebend verlassen sollten. Einmal blickte ihm ein Todgeweihter solange hilfesuchend in die Augen, bis schliesslich das in seine Venen gespritzte tödliche Gift wirkte und er seinen letzten Atemzug tat. Der Pastor hielt die zitternde Hand des Sterbenden, bis dieser sie nicht mehr drücken konnte und er vor seinen Augen verstarb. Die Erinnerungen daran gingen ihm so nahe, dass er sie weder vergessen noch als moralisch richtig einordnen konnte. Dennoch schien er noch nicht bereit zu sein, sich das Unrecht der Todesstrafe vollumfänglich einzugestehen und mit allen persönlichen Konsequenzen von sich zu weisen. Er hätte dazu ernsthaft die Möglichkeit in Betracht ziehen müssen, dass sein angeblich gerechter und unfehlbarer Schöpfergott nur ein Trugbild sein könnte, wodurch die Wahnvorstellung vom „lieben Gott" wie eine Seifenblase geplatzt und sein religiöses Weltbild haltlos in sich zusammengestürzt wäre.


Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle in der Reportage gezeigten Henker, deren Helfer, Gefängnisdirektoren und Pastoren usw. spürten, dass sie das Falsche taten, was naturgemäss ihr Gewissen und ihre Psyche belastete. Das wiederum führte bei ihnen zu Stress, psychischen Störungen, Depressionen und Krankheiten. Der individuelle Umgang mit den Gewissensbissen war dabei so unterschiedlich wie die einzelnen Menschen. Der eine versteckte sich hinter der Autorität eines angeblichen Gottes, der seine Rachegelüste in der „heiligen Schrift" des Christentums festgeschrieben habe und deren grausame Umsetzung von den Menschen fordere. Die anderen Männer gestanden sich selbst und ihren Interviewern ohne Umschweife ein, dass sie unter ihrem „Job" zu leiden hatten. Und dann gab es den Mann, der sich nicht länger selbst belügen wollte und schliesslich den horrenden Unsinn der staatlichen Gesetze und religiösen Dogmen erkannte, die ihn zum Töten anderer Menschen verleitet hatten. Er hängte seinen todbringenden Beruf ein für allemal an den Nagel und erkämpfte seinem bis dahin unterdrückten Gewissen eine Erleichterung.


Zum Abschluss der Reportage wurde George W. Bush dabei gezeigt, wie er sich als Präsident der USA vor einem Auditorium als unerbittlicher Befürworter der Todessstrafe "outete", und es wurde erwähnt, dass er als Gouverneur von Texas zahlreiche Gnadengesuche von Todeskandidaten abgelehnt hatte und an ihnen die Todesstrafe vollstrecken liess. Damit hat sich G. W. Bush selbstherrlich und arrogant über die Menschenrechte und über alles schöpferische Recht hinweggesetzt hat. In keinem einzigen Fall war er darum bemüht, die zum Tode verurteilten Menschen persönlich kennenzulernen und sich unvoreingenommen mit den ihnen zur Last gelegten Verbrechen auseinanderzusetzen. Er sah und sieht sich immer noch als irdischer Stellvertreter seines allmächtigen Christengottes, dessen rachsüchtigen Willen er in seinem irren Wahn mit allen Mitteln durchsetzen will. Unter den Menschen, die vom ihm als letztverantwortliche Instanz in den Tod geschickt wurden, waren auch völlig Unschuldige, denen er in böser Ungerechtigkeit und anmassender Selbstherrlichkeit das Leben raubte. Dieses Verhalten spiegelt eine grössenwahnsinnige, menschen- und schöpfungsverachtende Bewusstseinshaltung weder, die einem kranken Gehirn entspringt. Dass es in Wahrheit tatsächlich so ist, hat Bush durch die verbrecherische Anzettelung der Kriege in Afghanistan und im Irak - zu der er sich von „Gott" persönlich berufen fühlte - der ganzen Welt vor Augen geführt. Er brachte und bringt damit tausendfache Tode, Verletzungen, Verstümmelungen und brüllendes Elend unter die Menschen, in deren Länder er seine blutlüsternen Armeen einfallen liess.
Wer dieses menschenunwürdige Tun nicht stillschweigend dulden will und sich seiner schöpferischen Pflichten als Mensch bewusst geworden ist, sollte sich nach besten Möglichkeiten gegen die Todesstrafe stellen sowie alle anderen menschen- und schöpfungsverachtenden Denkweisen, Ansichten, Ideologien usw. beim Namen nennen und dagegen kämpfen.


(Veröffentlicht in "Stimme der Wassermannzeit" Nr. 152 vom September 2009)